Mit der aufkommenden FiDA-Regulatorik befindet sich Open Finance in der EU auf dem Weg in ein neues Entwicklungsstadium, weg von der konzeptionellen Diskussion, hin zu einer strategischen Gestaltungsaufgabe für Finanzdienstleister. Der entstehende europäische Ordnungsrahmen verändert nicht nur den Zugang zu Finanzdaten, sondern verschiebt langfristig Rollen, Wertschöpfung und Wettbewerbslogiken im Finanzmarkt.
Open Finance als struktureller Wendepunkt für Financial Services
Steigende Kundenerwartungen, zunehmender Wettbewerbsdruck durch digitale Anbieter und eine wachsende Mobilität von Finanzdaten verändern die Wettbewerbslogik im Finanzmarkt grundlegend. Mit FiDA schafft die Europäische Union eine zusätzliche regulatorische Dimension, die diese Entwicklung nicht nur aufgreift, sondern strukturell beschleunigt
Diese Entwicklung ist jedoch kein isoliertes europäisches Phänomen. Weltweit befinden sich zahlreiche Märkte in unterschiedlichen Phasen der Transformation von Open Banking zu Open Finance. Während einige Länder den breiten Zugang zu Zahlungsverkehrsdaten bereits seit Jahren etabliert haben, erweitern immer mehr Jurisdiktionen den regulatorischen Rahmen schrittweise auf weitere Finanzprodukte wie Kredite, Investments oder Versicherungen. Andere Märkte wiederum haben Open Finance bereits als integralen Bestandteil ihrer Finanzmarktarchitektur verankert und nutzen datengetriebene Services als zentrales Differenzierungsmerkmal im Wettbewerb.
Für Finanzdienstleister bedeutet das aber auch, dass künftig nicht ausschließlich aus der Produktgestaltung entstehend, sondern zusätzlich aus der Fähigkeit, Daten über Instituts- und Produktgrenzen hinweg zu integrieren, zu analysieren und in relevante Kundenerlebnisse zu übersetzen.