25.04.2024

Finanzdienstleister der nächsten Generation 2024

Finanzdienstleister der nächsten Generation 2024 Künstliche Intelligenz (KI) dominiert die Banken-Welt

„KI ist gekommen, um zu bleiben.“ Mit diesen Worten eröffnete Johannes Koch, Vorstandsmitglied der DZ BANK, die 19. Fachkonferenz „Finanzdienstleister der nächsten Generation“ in der Frankfurt School of Finance & Management. Die Veranstaltung zählt dabei zu den führenden Fachtagungen für Banking im DACH-Raum. In seiner Eröffnungsrede vergleicht Koch, als führender Topmanager Deutschlands größter Genobank, den Einfluss von KI-Tools wie beispielsweise ChatGPT auf den Arbeitsplatz der Zukunft mit der damaligen digitalen Revolution durch Excel oder sogar des Siegeszuges von Smartphones.

Vortrag zu "Finanzdienstleister der nächsten Generation".

Warum jetzt mit KI befassen?

Selten gab es so einen einheitlichen und übergreifenden Konsens der Branchenvertreter der Commerzbank, DZ BANK, WI-BANK, L-BANK und Helaba wie auf der diesjährigen Fachkonferenz in der Frankfurt School of Finance & Management: Finanzdienstleister müssen sich jetzt aktiv mit dem Thema Künstliche Intelligenz befassen, um langfristig Wettbewerbsvorteile zu generieren und ihre Position abzusichern. In einer aktuellen Studie der msg for Banking AG haben Banken die riesigen Potentiale bereits erkannt und setzen daher stärker als andere Branchen wie beispielsweise die Automobilindustrie, der öffentlicher Sektor oder das produzierende Gewerbe, auf KI. 

Der allgegenwärtige Transformationsdruck zur KI-Implementierung im Banking wird vor allem durch folgende drei Faktoren aufgebaut:

 

  • Zunahme des demografischen Wandels sowie Fachkräftemangels
  • Rapide Innovations- und Adaptionsgeschwindigkeit der Basistechnologie
  • Stetig wandelnde regulatorische Anforderungen

Umsetzung einer KI-Strategie

Viele Finanzdienstleister befinden sich nach Analyse der Branchenvertreter aktuell noch in einer KI-Experimentierphase. Im Fokus dieser Phase steht die Nutzung des Momentums, in dem die intrinsische Motivation der Mitarbeiter, Freiheit und Schnelligkeit als Motor der Adaption von GenKI gilt. Generative KI ist dabei ein auf künstlicher Intelligenz basierendes System, das aus vorhandenen Daten nach Anweisungen neue Inhalte wie Texte, Bilder oder Code erzeugen kann. Um nachhaltig Wettbewerbsvorteile aus dem Innovationshype zu realisieren, ist eine strategische Verankerung von Künstlicher Intelligenz durch das Topmanagement zwingend notwendig. Aktuell laufende Beispiele in ihren Häusern haben Vertreter der Commerzbank und WI-Bank mit dem Publikum diskutiert. 

Die auf der „Finanzdienstleister der nächsten Generation“-Fachkonferenz vorgestellten Vorgehensmodelle zur Definition einer KI-Strategie lassen sich dabei wie folgt zusammenfassen:

 

  1. Formulierung von Leitplanken und Rahmenbedingungen
    In solchen „KI-Playbooks“ ist zu definieren, wie nicht nur generell Daten verarbeitet, sondern auch wie adäquate Sicherheitsstandards eingehalten werden. Zugleich sollte das Regelwerk Raum für Innovation lassen.
     
  2. Definition geschäftsorientierter Use Cases
    Über ein Funnel-Prinzip sind wertschöpfende Use Cases aus individueller Sicht des Finanzinstituts zu evaluieren. Hier sind interne Bewertungskriterien wie beispielsweise verfügbares Skillset, Akzeptanz, Kostenreduktion und weitere zu erheben. Auch wenn Use Cases aktuell noch stark auf bisherigen Tätigkeiten beruhen, sind sie ein Innovationstreiber. Um dabei digitalen Erfindergeist in die Häuser zu bringen, ist sind Kooperationen mit relevanten StartUps anzustreben. Die von Intero Consulting im kürzlich erschienen Blogartikel genannten Use Cases wurde von der Mehrheit der Teilnehmer der Veranstaltung in der Frankfurt School of Finance & Management als erheblich wertmaximierend gelobt.
     
  3. Herstellung einer technologischen Basis
    Gute Daten und Systeme im Core-Banking sind ein Erfolgsschlüssel, um Potenziale der Künstlichen Intelligenz zu entfalten. Um ein „garbage in and garbage out“ Phänomen zu vermeiden, sollten alle Daten vor dem Vernetzen mit der KI-Lösung geprüft und Inkonsistenzen gezielt bereinigt werden. Zentrale Datenplattformen wie ServiceNow und Appian helfen hierbei ungemein. Zudem ist festzulegen, ob man die KI auf reiner Cloud-, OnPremise oder hybriden Lösung implementiert wird. Reine Cloud-Lösungen bieten im Vergleich eine erheblich höhere Performance – wenngleich dies nicht für jeden Use Case zwingend relevant ist. Ziel ist es individuell maßgeschneiderte Lösungen für jeden Use Case zu erarbeiten.
     
  4. Befähigung von Mitarbeitenden
    Dedizierte Weiterentwicklungsprogramme für Mitarbeitende sind essenziell. Neben der technischen Befähigung der Mitarbeitenden, ist die organisatorische und methodische Kompetenz leitender Positionen im Unternehmen ausschlaggebend für den Erfolg innovativen Fortschritts. Dabei ist eine positive Fehlerkultur ein wichtiger Faktor im Unternehmen. 
Stühle in einem Konferenzraum mit einer Infomappe der Veranstaltung "Finanzdienstleister der nächsten Generation".

Prozessmanagement-Trend: KI-Integration

Das Software-Unternehmen Appian unterteilt die Nutzung von KI in zwei Facetten. Mitarbeitende können mittels AI-Skills, wie Dokumenten- oder E-Mail-Klassifizierung, Extraktion von relevanten Informationen aus Dateien oder automatisiertem Prompting, von wiederkehrenden Standardaufgaben entlastet werden. Mit sogenannten Copilots können einerseits Kunden durch GenKI basierte Chats zur Bereitstellung von Dokumenten und Informationen unterstützt, andererseits Entwicklertätigkeiten mit Hilfe von modularen Low Code-Modellen und Handlungsempfehlungen automatisiert werden.

In Bezug auf Finanzdienstleister sieht ServiceNow die Potentiale für GenKI vor allem in den Segmenten Kundengewinnung und Onboarding, Kundenservice, Risiko- und Compliance Management und technologischer Modernisierung. Auch wir von Intero Consulting sehen in der Standardisierung von Operation-Prozessen den ersten Schritt zur Automatisierung. ServiceNow setzt hier gezielt auf performante Virtual Agents mit Zugriff auf Portfolio-Daten zur Unterstützung der Kunden und zur Prävention von Incidents. Zudem wird GenKI bei Data Analytics, Automation von Review Prozessen und revisionssicherem Incidentmanagement zukünftig eine wichtige Rolle spielen.

„Neben dem Fokus auf die eigene Wertschöpfung ist für Finanzinstitute auch das Sicherstellen eines effizienten Betriebs unerlässlich, um am Markt bestehen zu können.“ – Mit diesem Statement eröffnet Dr. Hendrik Lemelson, Europa Verantwortlicher für Banking Operations bei Avaloq, seinen Vortrag über die Notwendigkeit, sich als Bank auf die Weiterentwicklung der eigene Value Proposition zu fokussieren. Für das Outsourcing von Standardprozessen, die nicht den Wertschöpfungsprozess des Finanzdienstleister betreffen, werden zwei Methoden gegenübergestellt:

  • Business Process Outsourcing (BPO): Durchführung aller Prozesse auf den Systemen der Bank
  • Business Process as a Service (BPaaS): Durchführung aller Prozesse auf den Systemen des Outsourcing Partners 

Im Gegensatz zum „klassischen“ BPO, bei welchem Banken eine hohe Individualisierung und Kontrolle behalten, profitieren Banken beim BPaaS von Synergie Effekten und hoher Effizienz. Vorteile von BPaaS ergeben sich nicht nur durch die kundenübergreifende Entwicklung von Best-Practice Prozessen, sondern auch durch die Fokussierung des Outsourcers auf die kontinuierliche Verbesserung von Prozessen, die nicht das Kerngeschäft von Banken darstellt.

In der Praxis sehen wir von Intero Consulting allerdings die verfügbare Datenbasis und Prozess-Readiness als kritischen Faktor zur Nutzung von KI in der Finanzdienstleistungsbranche. 

KI bei Intero Consulting

Wir haben die strategische Relevanz von KI im Alltag der Finanzdienstleister sowie von Beratungsunternehmen erkannt. Bereits vor mehreren Jahren haben wir bei Intero Consulting interne Feldstudien gestartet, Potenziale Künstlicher Intelligenz im Berateralltag zu analysieren und erfolgreich einzusetzen. Seitdem haben wir interne KI-Playbooks für das gesamte Intero-Team erstellt, Trends in allen Competence Centern erhoben und größtenteils verprobt sowie ein eigenen KI-Innovation Hub aufgebaut. In den KI-Playbooks sind unter anderem Rahmenbedingungen zur sicheren KI-Nutzung beschrieben, über deren Anwendung der gesamte Kollegenkreis regelmäßig geschult wird. 

Dies ermöglicht es uns unseren Kunden wertvolle KI-Workshops anzubieten, um unser Wissen weiterzugeben und individuelle Lösungsempfehlungen zur KI-Nutzung abzuleiten. In den von uns entwickelten KI-Workshops setzen wir dabei auf die oben genannte Strategie auf und individualisieren diesen für jeden Kunden, um so maßgeschneiderte Lösungen anzubieten. 

Ebenso unterstützen wir unsere Kunden in diversen Digitalisierungsprojekten, damit die geforderte technische Basis durch zentrale Datensysteme wie beispielsweise ServiceNow oder Cloud hergestellt wird. 

Weitere Trends in der Bankenwelt

Die 19. Fachkonferenz „Finanzdienstleister der nächsten Generation“ in der Frankfurt School of Finance & Management war voll und ganz dem die ganze Welt beherrschenden Trendthema Künstliche Intelligenz gewidmet. Darüber hinaus sollten sich Banken selbstverständlich auch den anderen Mega-Trends im Finanzdienstleistungssektor stellen. Hierzu zählen unter anderem ESG und Open Finance. Mehr erfahren Sie in unserem Trend-Monitor.

 

Sie wollen selbst Künstliche Intelligenz in ihre Prozesse einbinden und sich zukunftsorientiert aufstellen? Unsere Experten stehen gerne mit individuellen und maßgeschneiderten Lösungen kompetent an ihrer Seite und unterstützen Sie tatkräftig bei der Umsetzung Ihrer Pläne. Alternativ freuen wir uns Sie auf der nächsten Handelsblatt BankenTech 2024 (03.12. – 04.12.2024) Fachtagung persönlich kennenzulernen.

 

#FDL2024 #Banking #Finanzdienstleister #KI

 

 

Ihre Banking-Experten

Dies ist ein Porträtfoto von Lukas Meißner.

Lukas Meißner

Manager

Johanna Lorenz

Senior Consultant

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