Hier fokussieren wir uns auf drei zentrale Trends, die sowohl einen Einfluss auf das Geschäftsmodell als auch auf interne operative Prozesse von Instituten haben. Wir geben einen Einblick in den produktiven Einsatz von KI, die zunehmende Konsolidierung des Marktes durch Fusionen und Übernahmen sowie die schrittweise Öffnung von Finanzdaten im Zuge von Open Finance.
1. KI in Banking
KI-Systeme lernen aus Daten und können darin Muster erkennen sowie darauf basierend Entscheidungen treffen. Nicht zuletzt deshalb ist KI inzwischen für Finanzinstitute strategisch unverzichtbar geworden. Zudem schaffen es neue Teilnehmer des Ökosystems, wie Neo-Banken oder andere FinTechs, ihre Betriebskosten unter anderem durch die Nutzung von KI auf ein Niveau zu senken, welches für klassische Institute nur schwer erreichbar ist. Für Institute, die von dieser Entwicklung profitieren und ihre eigene KI-Reife systematisch bewerten möchten, bieten wir mit unserer KI Readiness Studie einen pragmatischen Einstieg.
Ein Blick in die Praxis: Fraud Detection
Nach KI-Pilotphasen in den Vorjahren setzt sich KI 2026 immer stärker operativ durch. In der Praxis können die Betriebskosten im Bankensektor beispielsweise durch die Nutzung von KI zur Unterstützung von Fraud Detection gesenkt werden. Klassische Systeme sperren Transaktionen nach fixen Schwellwerten, etwa jede Auslandszahlung über einem bestimmten Betrag. Durch die Nutzung von KI-unterstützten Systemen kann jeder Transaktion in Echtzeit ein dynamischer Risiko-Score zugeordnet werden, welcher bis zu 200 Merkmale berücksichtigt. Dadurch sinken die False Positives um 40 bis 60 Prozent, während die Erkennungsrate echter Betrugsversuche steigt. Fraud Detection eignet sich gut als KI-Einstiegfall für Banken, weil die Datenbasis bereits in jeder Bank vorhanden ist. Zudem ergibt sich ein direkt messbarer Return on Investment (ROI). Intero Consultings KI-Readiness-Ansatz stellt dabei sicher, dass neben den Algorithmen auch Datenqualität, Governance und Mitarbeitende frühzeitig in eine gemeinsame Roadmap einbezogen werden.
2. Post Merger Integration
Angesichts des anhaltenden Konsolidierungsdrucks im deutschen Bankenmarkt, nimmt die Zahl der Bankenfusionen weiter rasant zu. Post Merger Expertise wird dabei zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor, um die Wertschöpfung nach einer Transaktion zu maximieren. Durch eine sauber umgesetzte technische, kulturelle und organisatorische Integration können Synergien gehoben werden.
Ein Blick in die Praxis: Wenn eine Bank und ein Wohnimmobilienfondsmanager zusammenwachsen
Nach der Übernahme eines Wohnimmobilienfondsmanager durch eine Bank müssen IT-Systeme zusammenwachsen oder übernommen, Shared Services (Rechnungswesen mit SAP, Compliance/Informationssicherheit) aufgebaut, Personal überführt sowie gesellschaftsrechtliche Themen geklärt werden. Solch eine Transformation geschieht nicht ohne eine intensive Mitnahme der Belegschaft durch vollumfängliche Change Management Maßnahmen.
An genau diesem Zusammenspiel setzt Intero Consulting an und begleitet Banken dabei, diese Bausteine so ineinandergreifen zu lassen, dass aus zwei getrennten Organisationen ein Institut wächst, das seine Marktposition tatsächlich stärkt statt sie durch eine holprige Integration zu gefährden.
3. Open Finance
Open Finance erweitert den bisherigen Status Quo des Open Bankings auf weitere Finanzprodukte wie Versicherungen, Altersvorsorge, Investments und Kredite. Dabei ist es ein zentrales Ziel der EU, die Kontrolle über Finanzdaten zunehmend zum Verbraucher zu verschieben. Mit der FiDA-Verordnung plant die EU, einen verbindlichen Rahmen zu schaffen, der Drittanbietern nach Zustimmung des Endverbrauchers über standardisierte Schnittstellen Zugriff auf dessen Daten erlaubt.
Ein Blick in die Praxis: Open Insurance im schwedischen Markt
Wie das in der Praxis aussehen kann, zeigt Schweden bereits heute: SEB (eine schwedische Bank) ist eine strategische Partnerschaft mit dem Insurtech-Unternehmen Insurely eingegangen, das mithilfe offener Daten neue Standards für die Versicherungsbranche setzen will. Der Nutzen von Echtzeit-Versicherungsdaten für Finanzinstitute zeigt sich dabei auf mehreren Ebenen:
- Vertriebskanäle lassen sich effizienter steuern, da Kundendaten kanalübergreifend für mehr Umsatz genutzt werden können
- Durch personalisierte Angebote auf Basis der eigenen Versicherungsdaten der Kunden lässt sich die Kundenbindung stärken
- Cross- sowie Upselling lassen sich gezielter gestalten, da Kundenprofile mit besserer Datengrundlage präziser angesprochen werden können.
Zudem gewinnt SEB tiefere strategische Einblicke in Kundenstruktur, Markt sowie Wettbewerbsprodukte und -preise.
Bemerkenswert ist, dass SEB hier bereits aktiv wird, obwohl die entsprechende EU-Verordnung zum Datenzugang (FIDA) noch gar nicht final beschlossen ist: Die Trilog-Verhandlungen zwischen Kommission, Parlament und Rat ruhen seit der letzten Runde im Juni 2025, ein verbindlicher Zeitplan für das Inkrafttreten steht weiterhin nicht fest, weshalb viele Institute aktuell abwarten. Derzeit ist unklar, wann und in welcher Form FiDA kommt. Die Voraussetzungen im eigenen Datenhaushalt zu schaffen, bleibt aber unabhängig davon notwendig, wie das Beispiel SEB zeigt.